Die Vorgeschichte

Seit vielen Jahren sammeln wir jetzt schon Erfahrungen mit verschiedenen Gärten.
Angefangen hat alles 1984 mit einer verwilderten Parzelle auf einem Betriebsgelände in Krefeld. Dieses Projekt war von Anfang an befristet, aber wir konnten so einige Jahre verschiedene Ideen ausprobieren. Danach durften wir Anfang der 90 er Jahre den Garten unserer damaligen Vermieterin nutzen. Hier stellte sich uns die Aufgabe, einen in die Jahre gekommenen „70 er-Jahre-Garten“ mit all unseren Pflanzen und Sträuchern aufzupeppen.
Bereits damals machten wir die Erfahrung, dass Pflanzen sich nicht immer so verhalten, wie es in der zum Teil widersprüchlichen Literatur beschrieben wird.

Der Anfang in Dülken:

Erstmal aufräumen
Erstmal aufräumen

Als wir 1998 unser Haus mit Garten kauften, sprudelten gleich die Ideen für den Umbau des Hauses.
Der mit Mauern umfriedete Garten lag noch im verwilderten und vermüllten Dornröschenschlaf.
Schneeglöckchen und der mächtige Holunder waren die einzigen botanische Schätze, die es im März 1999 zu retten galt.

 

Schneeglöckchen werden geborgen
Schneeglöckchen werden geborgen

Nach vielen Überlegungen und einer Menge verworfener Pläne haben wir den Garten 1999 angelegt. Dabei haben uns unzählige Gartenbesuche in England, Irland und in Deutschland inspiriert.
So sind unsere Pflanzen, Sträucher und die Gartenlaube im Frühjahr 1999 zum zweiten mal umgezogen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Garten

Die Gartenbeschreibung

Die Terrasse im Hof wird zum Teil durch ein Gründach beschattet, daneben steht ein kleines Gewächshaus für die Anzucht von Sommerblumen und Gemüse. Der schattige Hof beherbergt Winterblüher wie Zaubernuss (Hamamelis intermedia ‚Jelena‘) und Winterblüte (Chimonantus praecox). Auch die zarten Blüten der Fleischbeere (Sarcococca hookeriana) verströmen in der kalten Jahreszeit einen intensiven Duft. Verschiedene Schneeglöckchen erfreuen uns ab Februar mit ihren weißen Blüten (Galantus elwesii, Galantus nivalis ‚Flore Pleno‘, Galantus ‚Ophelia‘), später setzen Leberblümchen (Hepatica nobilis) den Reigen fort.
Im Frühling blühen Kamelie (Kamelia japonica) und eine rosa Sternmagnolie (Magnolia stellata). Zwiebelpflanzen wie Narzissen und Tulpen stehen in Beeten und Töpfen. Dazwischen wachsen Waldanemonen (Anemone sylvestris) und gelber Lerchensporn (Pseudofumaria lutea). Im Sommer zeigen sich Scheinfuchsie (Ribes speciosum), blauer Lerchensporn (Corydalis elata ‚Blue Summit‘) und Orchideenprimeln (Primula vialii) von ihrer schönsten Seite. Die zierlichen Blüten der Prachtkerze (Gaura lindheimeri) schweben dann über verschiedenen Sorten von Storchenschnabel (Geranium).

Unser Laubengang beherbergt die Kletterrosen ‚Goldfinch‘, ‚Violetta‘, ‚Mosel‘, ‚Pink Cloud‘, ‚Zepherine Drouhin‘ und ‚Bobby James‘. Dazwischen wachsen unterschiedliche Waldreben, die duftende Clematis viticella ‚Betty Corning‘ und Clematis viticella ‚Alba Luxurians‘.
Danach setzt ein Beet mit vegetativ vermehrtem Lavendel angustifolia ‚Hidcote Blue‘ vor Spalieren für Wein, Brombeeren, Kiwi und Äpfeln den Weg zum hinteren Garten fort.

Nachdem die Exemplare einer kleinen Salbeisammlung zahlenmäßig einfach überhand nahmen, haben wir ein eigenes Salvia-Beet angelegt. Im Eingangsbereich des Gartens werden jetzt jedes Jahr im Mai die nicht-winterharten Schönheiten aus Mittelamerika ausgepflanzt. Salvia guaranitica, Salvia discolor, Salvia greigii, Salvia uliginosa und weitere danken die Mühe mit einem wahren Feuerwerk an Blüten bis zum späten Herbst. Vor dem ersten Frost werden sie wieder getopft und zum Überwintern in das Gewächshaus geschafft.

Im hinteren Garten geben Sträucher vor den Mauern einen grünen Rahmen für die formalen Staudenrabatten: Der winterblühende, duftende Schnellball (Viburnum bodnantense ‚Dawn‘), Felsenbirne (Amelanchier lamarckii), Mexikanischer Orangenstrauch (Choysia ternata ‚Aztec Pearl‘), Rotblättriger Judasbaum (Cercis canadensis ‚Forest Pansy‘) als Hochstamm und eine junge Ölweide (Eleagnus angustifolia). An einem einfachen Rankgerüst klettert das hitzeverträgliche Geißblatt (Lonicera japonica ‚Halliana‘).

Die farblich gegliederten Beete sind in englischer Manier als mixed borders mit kleinen Gehölzen, Stauden, Zwiebeln und einjährigen Blumen bepflanzt. Sie werden durch Rasenwege eingefasst und zeigen die Farben dunkelrot, rosa, gelb und blau-violett. In jedem der Beete befindet sich eine klassische Kombination von Rose und Clematis, z.B. R. ‚Rhapsody in Blue‘ und C. viticella ‚Mary Rose‘ oder R. ‚Centenaire de Lourdes‘ und C. viticella ‚Etoile Rose‘. Um eine möglichst große Vielfalt zu erreichen, haben wir Prachtstauden mit Blattschmuckstauden und Gräsern kombiniert.
Unser ovales weißes Beet verstehen wir als Homage an den großartigen Garten von Sissinghurst. Wir haben die weiß-gelbe Pfingstrose ‚Cheddar Gold‘ (Paeonia lactiflora) und die hellgelb überhauchten Rosen ‚Kronprinzessin Mary‘ und ‚The Pilgrim‘ gepflanzt. Dazu gesellen sich eine sonnenverträgliche Funkie (Hosta plantaginea) sowie Phlox, Iris Agapanthus, und Potentilla mit ebenfalls weißen Blüten. Im Frühjahr zaubern die Tulpen ‚Mondial‘ und ‚Westpoint‘ ein frisches, weiß-gelbes Bild.

Eibenhecken trennen die Staudenbeete vom Nutzgarten. Hier wird in einem kleinen Potager eine Auswahl von Gemüse in Mischkultur angebaut. In Anlehnung an französische Vorbilder werden die Pflanzen auch nach ästhetischen Gesichtspunkten wie Blattformen und Farben angeordnet. So vereinigt ein Potager die Schönheit mit der Nützlichkeit.
Daneben gedeihen Küchenkräuter in klassischen, buchseingefassten Beeten. Mediterrane Pflanzen wie Thymiane, Rosmarin, Ysop, Salbei und Zitronenverbene wachsen einträchtig neben Stevia, Pimpinelle, Borretsch, Kapuzinerkresse und Ringelblumen. Den Mittelpunkt des Kräutergärtchens bildet die reichblühende, weiße Hochstammrose ‚Schneewittchen‘.
Im hinteren Teil des Gartens liegt das Alpinum mit seinen ausgeprägten Frühlingsblühern. Nach den frühen Iris reticulata ‚Purple Gem‘ und ‚J.S.Dijt‘ sowie Crocus tommasianus ‚Roseus‘ erscheinen später die Knospen der Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris). Der Sommer wird durch Kartäusertnelke (Dianthus carthusianorum) und Polsterphlox (Phlox subolata) eingeläutet.

Ein kleiner Bachlauf fließt durch den Steingarten zum Teich. Von der Holzterrasse aus genießen wir an warmen Tagen den Blick auf Wollgras (Eriophorum angustifolium), Fieberklee (Menyanthes trifoliata) und Seekanne (Nymphoides peltata).
Seine Ufervegetation geht in eine Waldrandbepflanzung mit Samthortensie (Hydrangea aspera ssp.sargentiana), Eichenblättriger Hortensie (Hydrangea quercifolia), kleinem Zimtahorn (Acer griseum) und Scheinkamelie (Stewartia pseudocamellia) über. Im Frühjahr bilden Echte Schlüsselblumen (Primula vera) und zarte Buschwindröschen (Anemone nemorosa ‚Robinsoniana‘) einen dichten Teppich mit den unterschiedlichen Rosa- und Rottönen der Lenzrosen (Helleborus orientalis).

Im Garten sind verschiedene Sitzplätze verteilt; ob gemauerte Sitzfläche im Laubengang, Kräutergartenbank, Salbei-Sitzplatz, Schatten-Rondel oder der Steg am Teich, alle laden zum Verweilen ein